Axum - Lalibea


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Bei einem Blick auf die Karte kommt einem der Gedanke, die Strecke bis Lalibea in einem Tage bewaeltigen zu wollen. Ist doch die Strecke in den Norden via Gonder in schlechtem Zustand (es ist auch kaum Verkehr anzutreffen), ist es doch ein leichtes anzunehmen, dass die Strecke von Weldiya nach Adigrat und weiter nach Axum in hervorragendem Zustand befindlich ist. Das trifft fuer die Fahrt von Axum bis Adigrat (Schotter) und weiter bis Mekele (bester Teer) zu, danach geht es aber richtig los. Es sind naemlich 2 recht hohe Paesse zu bewaeltigen und diese werden gerade von Hand saniert, d.h. die Klopfen jeden einzelnen Stein vor Ort von Hand in die richtige Form. Fuers Grobe haben die was groesseres, der Verkehr fliesst trotzdem "normal" weiter. Und das ganze auf ca. 50km verteilt.
Nun ja, von Axum ging es erst mal nach Yeha, einer Ruine aus der "Vor-Axum Zeit". Ausser einem Quadrat aus ca. 12m hohen Mauern und einer Menge Standfuesse von Saeulen ist nicht viel erhalten geblieben, man huete sich davor, in dem angeschlossnem "Museum" eine "Fuehrung" zu buchen.
N14 15,233 E39 1,636 ist der Abzweig hinter Adua.
Der Besuch der monastary von Debre Damo schliesst sich an. Hier wird der geneigte Besucher an einem Lederseil 15m in die Hoehe gewuchtet. Oben eine unspektakulaere Kirche, Unterkuenfte der Moenche, Zisternen, leider unscharfe Kasettendecke mit Fabelwesenschnitzereien und die Gruften der verstorbenen Einsassen. Von Adua kommend ist der Abzweig bei
N14 19,173 E39 16,208
Debre Damo selbst ist bei
N14 22,681 E39 17,657
Von Debre Damo kann man dann eine 2stuendige Fahrt direkt auf Asphalt etwa 7km noerdlich von Adigrat unternehmen, man muss nicht den gleichen, schlechten Weg zurueckfahren (30min). Man muss nur akzepieren, dass man wohl auf dieser Strecke seit laengerem das einzige Fahrzeug gewesen ist und sein wird.
Abzweig bei
N14 20,245 E39 24,946
und bei
N14 20,581 E39 25,521
jeweils von Debre Damo kommend nach rechts, bei
N14 20,768 E39 26,084
ist dann der Asphalt noerdlich von Adigrat an der Strasse nach Asmara erreicht.
. . . .
Bei der Weiterfahrt bietet sich ein Besuch des Palastes des Kaiser Johannes IV in Mekele an. Ironischerweise darf man eigentlich nicht dieses Objekt von aussen photografieren (there is government inside...), ist er doch die einzige vollstaendig erhaltene Ruine von Aethiopien, bis jetzt. Der Thron wurde von einem Italiener geschreinert, dieser durfte sich auch noch hinter dem Kaisersessel verewigen! . .
und dann taucht vor einem, nach ewigen Kilometern der Baustellenstrasse der Ashenge See auf.
Kurz vor Korem zweigt dann nach Westen die in der Michelinkarte 745 verzeichnete Strecke via Secota nach Lalibela ab. Ich wurde durch hauptsaechlich zwei Jungs energisch an der Weiterfahrt gehindert, bevor es es dann richtig BUM machte, war die Verstaendigung ueber den Grund der Verzoegerung etwas schwierig. Abzweig in Korem bei
N12 30,965 E39 30,945
Die Kobbo-Strecke ist weiterhin befahrbar, etwas schwierig durch weggespuelte Bruecken. Diese stoesst dann auf die alte von Lalibela wegfuehrende Strasse nach Dilb. Auf dieser Strecke liegt dann auch Gennata Maryam.
N11 57,109 E39 6,686
. die "Strassensperrer"
Auf der Koremstrecke darf man sich ueber nix wundern. Zeigt das GPS doch um 15:00 Uhr 88km Luftlinie bis Lalibela, dass muesste doch leidlich in 3-4 Stunden zu schaffen sein. DENKSTE: Erst faehrt man so eine Stunde auf Lalibela zu und freut sich ueber 50km Luftlinie bis dahin, die naechsten 1,5 Stunden faehrt man hingegen auf und ab und hat so zwischen 49 und 61km Luftlinie nach Lalibela. Schnell ist man da auch an dem Abzweig, der nach Lalibela fuehrt, vorbeigefahren, denn anders als die Michelinkarte zeigt, muss man nicht bis Sekota fahren (Abzweig 16km vor Sekota bei
N12 31,204 E39 4,744
in einem kleinen Strassendorf im Tal).
. klar, warum die Strecke so langatmig ist.
Nun gut, ich bin jedenfalls an diesem Abzweig vorbeigefahren und bin so in den Genuss einer Uebernachtung in einem aethiopischen Dorf mit eigener Felsenkirche gekommen. Nach der ueblichen Vorstellung: Ferenji kocht Pasta mit Pesto (ein tapferer hat sogar gekostet), der Herausgabe meines Restes tedj (Honigwein) und einer abschliessenden Zigarre, hat der oertliche Laienprediger ein Einsehen gehabt, die kids nach Hause geschickt, mich mit meinem Auto unter den Baum vor der Kirche verfrachtet und mir eine gute Nacht gewuenscht. Am naechsten Morgen gab es dann Messe, so 2,5 Stunden lang Gesang, Vorgelese aus verschiedenen Richtungen aus der Bibel und dem Buch der Heiligen, sehr viel Weihrauch, Kreuz raus und wieder rein, Bekreuzigen mit Asche, Gepuste ueber Schalen mit Wasser, dabei wurden Kinder gestillt, in der Nase gebohrt, gefurzt, geschlafen, mit dem Kinn auf einem Stock geruht......., eindrucksvoll aber langatmig, vor allem wenn man bedenkt, dass das Volk draussen vor der Tuer sass. Am Ende durften eine Woechnerin und eine alte Frau am Wein nippen und das Auditorium lichtete sich. Fuer mich war das Einsammeln der Stehhilfen das Zeichen aufzubrechen. Lalibela ist von dem Abzweig in etwa 3 Stunden Fahrt zu erreichen, man muss also von Korem kommend etwa einen halben strammen Fahrtag fuer diese Strecke einrechnen.

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